Route 76 - Puls auf Kiezniveau

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Route 76 - Puls auf Kiezniveau
Foto von Kevin auf Unsplash

Verehrte Leserschaft!

Aus der Welt der gepflegten Selbstüberschätzung weiß ich Neues zu berichten.

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, treibt sich ein gewisser Lord Schwabbelton derzeit auffällig häufig im Rotlichtmilieu herum!

Nein, nein. Nicht, was Ihr jetzt wieder denkt.

Es geht um meinen Laufpuls. Er hat sich in den roten Bereich verliebt!

Also, ich nenne es Laufen.

Egal, was andere kopfschüttelnd und vermutlich zu Recht zu meiner Herangehensweise belehrend sagen würden:
"Du musst dich mühelos unterhalten können. Bleib im 120er-Bereich! Alles andere bringt nix!"

Aber ich bin A.L.L.E.I.N.E im Wald unterwegs, da muss ich mich nicht unterhalten können. Den Fettverbrennungspuls schaffe ich mühelos beim Gedanken an die nächste Wiegung am Sonntag.

Außerdem kommen mir bei diesem schönen Wetter andauernd Leute entgegen. Oder schlimmer, diese Flanierer, die ich überholen muss.
Da kann ich an denen doch nicht vorbeischleichen wie ein Rentner auf Valium!
Ich bin doch nicht einer von diesen Stöckchen-Schleifern, die plappernd und klappernd die beschauliche Waldesidylle terrorisieren. Und das auch noch "Nordic-Walking" nennen. Das ist akustische Umweltverschmutzung!

Ha!

Aber ich schweife ab!
Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen um meine pulsierende Rotlichtzone. Das wird schon wieder. Eine "logische" Erklärung habe ich Euch ja dafür geliefert.

Seit dem letzten Blogeintrag habe ich zwei Läufe (mit etlichen Gehpausen) absolviert und gestern zuhause mal zwanzig Minuten an den Widerstandsbändern gerupft.
Lächerlich, ich weiß.
Aber es war einfach zu heiß und ich ruckzuck schweißgebadet. Für einen zarten Muskelkater im Brust- und Oberarmbereich hat es jedenfalls gereicht.
Das Bauchmuskeltraining musste leider ausfallen. Noch vor dem ersten Satz muss ich wohl vor Erschöpfung eingeschlafen sein. Man muss eben Prioritäten setzen.

Dafür habe ich vorgestern eine Art Walk-Run über 10,42km gemacht, weil ich unbedingt dieses Badge "Unter 2 Stunden" in meiner Lauf-App haben wollte.
Man musste innerhalb von zwei Wochen irgendwie laufend die neue Weltrekordzeit im Marathon zusammenbringen.
Also die Zeit. Nicht die Strecke.
Diese "Challenge" wurde zu Ehren von Sabastian Sawe aufgelegt, der als erster Mensch den Marathon in einem offiziellen Rennen unter zwei Stunden gelaufen ist.

Seine Fabelzeit: 1h 59m 30s! Wow!

Und da ich erst 39m 41s am letzten Tag des "Unter zwei Stunden"-Events zusammen hatte, habe ich, zusammen mit den gut 10km am Mittwoch, mehr gehend als laufend und einer Zeit von 1h 23m 47s, die heiß begehrte Auszeichnung ergattert.
Ich lag also nur etwas über der Zeit (2h 03m 28s) von Herrn Sawe!
Allerdings auf zwei Tage verteilt. Und insgesamt nur 15,73km. Sollte ich der Vollständigkeit halber vielleicht erwähnen.

Im Kalender steht für morgen "High Noon"!
Lord Schwabbelton duelliert sich mit der Waage. Auf dem Mittelstreifen seiner selbst gebauten Route 76.
Ich bleibe gelassen. Was denn sonst.
Viel zu viel Aufmerksamkeit für ein völlig überbewertetes Gerät mit fragwürdiger Tagesform. Pffft!

Ich werde berichten.
Falls ich die Zahl überlebe.